To do für Lehrpersonen

Mein Name ist Albi Gashi und ich bin 22 Jahre alt. Nach dem Abschluss der Kantonsschule in Baden im Juli 2023 arbeite ich seit August 2023 in der Schule Spreitenbach als Assistenzlehrperson und als Stellvertretungslehrer. Im September 2024 habe ich mit meinem BWL – Studium an der Universität Zürich begonnen. Mein Vater lebt seit 2009 in der Schweiz, meine Mutter und ich sind 6 Jahre später aus Österreich nachgezogen. In meiner Schullaufbahn fanden sehr oft Lehrerwechsel statt, doch diese «To do» -Liste trifft wohl auf fast alle zu.
Liebe Lehrperson…… beobachten Sie Ihre Schüler:innen aufmerksam und sehen Sie Veränderungen!
Ich bin ein sehr aufgestellter Mensch, ich liebe es zu lachen und bin generell immer aktiv. Im dritten Jahr an der Kantonsschule geriet ich aber in ein Tief, es ging es mir psychisch grauenhaft, ich war ständig müde, lustlos, genervt. Meine damalige Mathelehrerin bemerkte dies und bat mich nach der Stunde, kurz im Schulzimmer zu bleiben. Ich wusste nicht wieso, bis sie mir sagte, ich solle ihr doch mal erzählen, was denn gerade alles bei mir so laufe. Dieses Gespräch war der erste Schritt zur Besserung. Die Lehrerin hat sich danach noch öfter Zeit genommen, mit mir zu sprechen, mir zuzuhören und so gut wie es ging zu helfen. Und es half!
Liebe Lehrperson … ermutigen Sie Ihre Schüler:innen so oft es nur geht!
Bevor ich in die Kanti gegangen bin, wusste ich lange nicht, ob dies die richtige Entscheidung für mich war. Ich wusste nicht, ob ich es schaffen würde. Mein damaliger Lehrer aus der Oberstufe nahm sich immer wieder die Zeit, sich mit mir auszutauschen. Stets ermutigte er mich, dranzubleiben. Er glaubte an meine Fähigkeiten und versicherte mir, dass die Kanti der richtige Weg für mich sei. Das alles hat mir enorm geholfen, mein Potenzial auch wirklich auszuschöpfen!
Liebe Lehrperson …. loben Sie Ihre Schüler:innen wenn immer möglich!
Viele Lehrpersonen sehen das Lehrer-Office oder das Klassenbuch als eine Art Agenda für schlechtes Verhalten, doch das sollte so nicht sein. Für mich war es immer eine positive Erfahrung, wenn ich an den Elternabenden alle Einträge gesehen habe und dabei auch vieles Positives lesen durfte. Natürlich hat dieses Positive noch viel mehr Wert, wenn es mündlich ausgedrückt wird. Ich kann mich noch gut erinnern, was für eine schöne Motivation es war, wenn ich ein paar nette, lobende und wertschätzende Rückmeldungen zu meiner Arbeit bekommen habe.
Liebe Lehrperson … vergessen Sie nicht, dass Schüler und Schülerinnen auch mal einen schlechten Tag haben können!
Je mehr ich über meine Schullaufbahn nachdenke, umso mehr schätze ich auch die Momente, in denen man mir Zeit für mich gegeben hat. Ich bin manchmal in die Schule gekommen und war sehr schlecht gelaunt, wollte nicht mitmachen und konnte mich nicht konzentrieren. Das Beste, was man an solchen Tagen machen konnte, war einfach, mich mal in Ruhe zu lassen. Das funktionierte! Denn oft hielt meine schlechte Laune nur die erste Stunde an, dann verflog sie von selbst.
Liebe Lehrperson … bauen Sie Ihren Unterricht auf der echten Welt auf!
Egal welches Fach oder welches Thema, sobald ich den Stoff auf die echte Welt projizieren konnte, war es schon viel interessanter. Mein Geschichtslehrer in der Kantonsschule vernetzte jedes Thema mit einem aktuellen Thema. Er liess uns begreifen, dass die Geschichte nicht nur die Vergangenheit ist, sondern auch die Gegenwart und die Zukunft. Auch mein Geografielehrer liess uns Projekte machen, die auf unser echtes Leben bezogen waren. Als Schüler, der sehr viel Theorie lernen musste, war das nicht nur eine wohltuende Abwechslung, sondern vor allem eine enorm spannende und lehrreiche Erfahrung. Kein Wunder, hat sich dies auch in besseren Noten widergespiegelt.