Praxistipp von Jürg Schoch: Prüfungen chancengerechter gestalten

«Wer nicht deutscher Muttersprache ist, darf im Prüfungsteil Mathematik ein zweisprachiges Wörterbuch «Muttersprache – Deutsch» einsetzen.» So steht es in den Erläuterungen zur zentralen Aufnahmeprüfung in die Zürcher Kurzgymnasien. Wow, denke ich, endlich!

«Das ist schon o.k., aber es nützt gar nicht so viel», sagt Urim. «Nur weil ich einzelne Wörter erkenne, heisst das noch lange nicht, dass ich den Sinn richtig erfasse.» «Ganz genau», bekräftigt Vlora. Sie ist Berufsmaturandin am KV. «Aber wir haben eine Lehrerin, die macht das genial: Die ersten fünf Minuten jeder Prüfung dürfen wir noch nicht schreiben. Alle müssen erst mal die Aufgaben durchlesen. Wenn eine Aufgabenstellung unklar ist, darf man fragen. Erst nach diesen fünf Minuten ist es erlaubt, den Stift in die Hand zu nehmen und zu schreiben. Das ist super: Wir sind dann alle sicher, dass wir die Aufgaben richtig verstanden haben und unser Wissen gezielt anbringen können.»